Zurück mit Temperaturschock

(Montag, 10. Januar 2011)

Früh klingelt der Wecker. Wir entscheiden, dass die Sonne auch ohne uns aufgeht und drehen uns noch einmal.
Nach einer erfrischenden Dusche im noch kühlen Badezimmer kommt der Weckruf der Rezeption pünktlich um 7 Uhr. Schnell packen wir fertig, denn der Angestellte, der unser Gepäck ans Pier bringen soll, wartet bereits. Wir geniessen ein letztes Frühstück mit Waffeln und frischem Obst und melden uns ab.
Glücklicherweise haben wir noch die kurzen Hosen anbehalten, die Temperatur ist auch morgens schon ziemlich hoch in der Sonne. Aber schon die Tatsache, dass wir jetzt wieder Schuhe tragen müssen, ist eine grosse Umstellung für uns. Unser Wasserflugzeug hat etwas Verspätung. Der Rückflug ist mit 12 Personen gut belegt. Nach einer Runde über unsere Insel mit perfekter Sicht
fliegen wir Male an. Martin und ich spielen noch ein letztes Mal Paparazzi bis wir im Hafen des Flugplatzes landen. Per Taxi werden wir zum Flughafengebäude transportiert, wo unser Gepäck sowie jemand von Manta Reisen bereits auf uns wartet. Alles klappt perfekt, beim Swiss Schalter hat es nich einmal eine Schlange. Viel zu früh sind wir durch alle Kontrollen und warten beim Gate auf den Flug in die Kälte. Bei warmen 31 Grad besteigen wir den Flieger der Swiss auf dem kleinen Flughafen in Male. Ein Flugzeug ist bereits im Landeanflug, als wir auf der (gleichen) Piste abheben.
Wir vertreiben uns die 10 Stunden Flug mit (Hör)Büchern, Filmen und Spielen auf dem iphone, dennoch geht die Zeit nur langsam vorbei, die letzte Woche allerdings ging viel zu schnell vorbei. Widerwillig ziehen wir die langen Hosen an, auch bringen wir die Füsse kaum mehr in die Schuhe in Zürich.
Ich bin froh, holt uns Martin’s Mutter ab, wir sind beide sehr müde! Immerhin sind wir schon seit vor 03 Uhr (Schweizer Zeit) wach. Martin ist allerdings noch wach genug, um die vielen Fotos auf den Computer zu packen.
Es sind knapp 3500 Bilder, wobei wir eine grosse Anzahl der Unterwasserbilder aussortieren müssen, weil sie unscharf oder verwackelt sind (oder auch der Fisch zu schnell war). Aber jetzt kann ich ein neues Fotobuch anfangen…

Der letzte Tag

(Sonntag, 9. Januar 2011)

Wir nehmen uns viel Zeit zum Lesen und Faulenzen, bevor wir die erste
heutige Schnorchelrunde in Angriff nehmen. Diesmal versuchen wir es ohne
Flossen, die Strömung ist meist genug stark. Wir tauchen viel weniger ab
und beobachten von der Wasseroberfläche aus. So hören wir wie die grossen
Fische von den Korallen abbeissen (oder so). Anscheinend sind wir ohne
Flossen ruhiger, denn plötzlich taucht neben uns ein Hai auf, weniger als
zwei Meter entfernt überholt er uns mit hohem Tempo. Wir haben so ziemlich
an jedem Tag einen Hai gesehen, aber der hier ist einer der
eindrücklichsten.
Das Mittagessen (oder besser gesagt das Dessertbuffet) ist wie immer sehr
gut.
Am Nachmittag entscheiden wir uns, endlich mal die grossen Kameras
auszupacken und spazieren einmal um die Insel herum. Dabei besuchen wir
auch den Gemüsegarten, wo mindestens ein Teil des Essens (Gurken, Zwiebeln,
Salat, …) selber gezüchtet wird.
Im Innern der Insel ist es sehr angenehm von der Temperatur her. Die vielen
Bäume und Palmen schaffen ein kühles Klima. Sobald man jedoch an den Strand
oder über den Steg spaziert, brennt die Sonne unbarmherzig.
Glücklicherweise zeigt sich sogar eine kleine Krabbe (mit der Nr. 12 auf
dem Häuschen vom gestrigen Rennen), wenn ich schon mal eine richtige Kamera
in der Hand habe. Martin gelingt sogar ein guter Schnappschuss einer Echse,
die uns beim Squash immer beobachtet hat.
Für unsere letzte Runde im Wasser haben wir uns etwas Besonderes
aufgehoben. Wir schwimmen vor dem Hafen durch und sehen so den Steg und die
Pavillions von unten. Hier haben sich ganz andere Korallen und Algen
angesiedelt. Wir schiessen die letzten Fotos von Haien, einem Feuerfisch
und zahlreichen uns noch unbekannten Fischen und tauchen vor unserem
Bungalow wieder auf.
Eigentlich wollten wir noch Bilder eines schönen Sonnenunterganges machen,
aber die Wolken machen uns einen Strich durch die Rechnung. Wir finden
trotzdem ein paar interessante Objekte und geniessen den lauen Abend.
Squash lassen wir heute am letzten Abend aus. Wie jeden Abend begegnen wir
dem “Rauchmann”, der mit einer lauten Maschine dichten, weissen Rauch
produziert, der die Mücken vertreiben soll. Meiner Meining nach mit Erfolg,
denn ich habe nur wenige Stiche.
Die zwei Bücher, die ich bereits gelesen habe, bringe ich der Deutschen von
der Tauchschule. Sie ist seit drei Jahren auf der Insel und freut sich
immer über neuen Lesestoff. Martin hat sein zweites Buch in absoluter
Rekordzeit gelesen, ich bin überrascht!
Wir bezahlen die Rechnung der Tauchgänge der vergangenen Woche und setzen
uns nochmals an den Steg, um den Fischen zuzuschauen. Wir kommen gerade
rechtzeitig, denn die Fischer haben einen Teil ihres heutigen Fanges
ausgebreitet um ihn direkt als Abendessen zu verkaufen. Einige der Tiere
leben noch halbwegs und zucken auf dem Holz.
Nach unserem letzten Abendessen verabschiedet sich unser Kellner von uns.
Voraussichtlich sehen wir ihn morgen früh nochmals, aber vermutlich sind
wir dann im Stress. Wir gönnen uns einen letzten Drink mit Sicht auf die
beleuchtete Lagune, träumen noch etwas auf unseren Liegestühlen vor unserem
Bungalow und beginnen anschliessend mit Packen…

Die Welt von unten

(Samstag, 8. Januar 2011)

Auf dem Weg zum Morgenessen begegnen wir schon vielen Angestellten: Frauen
wischen die Sandstrasse und sammeln die Blätter auf. Ein Maler streicht
Lampen, Schilder und andere Pfosten (den habe ich bisher täglich gesehen!).
Jemand mäht den Rasen. Einer führt den Pelikan Aisha spazieren.
Sauerstoffflaschen werden zu oder von den Einstiegsstellen gebracht. Oder
sie laufen geschäftig, teils in Uniform umher. Aber alle Männer grüssen
immer freundlich, viele fragen auch nach unserem Befinden (aber das halte
ich für eine Floskel).
Unsere morgendliche Schnorchelrunde planen wir so, dass wir bei unserem
Bungalow aus dem Wasser steigen können. Die Strömung ist am Morgen noch
nicht so stark, dennoch sehen wir in der Tiefe einen Weissspitzenriffhai.
Auch sonst sehen wir immer wieder Neues, Spannendes. Ich kann mich an den
blauen, violetten, rosa Muscheln nicht satt sehen.
Nach dem Mittagessen dösen wir eine Runde und bereiten uns dann auf unseren
Tauchgang in die Tiefe vor. In der Tauchschule wird uns erst ein
45minütiges Video gezeigt, dann müssen wir uns unsere Weste mit der
Sauerstoffflasche selber zusammesetzen. Sie werden aber dann von Helfern
zur Lagune gebracht, so dass wir nur unsere Flossen, Brille, Schnorchel und
natürlich Kamera tragen müssen. Nach ein paar kurzen Übungen für die Tiefe
(Wasser aus der Brille lassen, Atemgerät hinter dem Rücken hervorholen und
auspusten) schwimmen wir zum Riff. Nach kurzen anfänglichen Schwierigkeiten
tauchen wir der Wand entlang hinab. Irgendwann habe ich verstanden, wie das
mit dem Austarieren durch die Weste und meine Atmung klappt und kann die
Höhe behalten. Etwas mulmig ist mir immer noch. Ich zwinge mich,
regelmässig zu atmen und den Druckausgleich zu machen. Alles neue
beschäftigt mich stark und ich muss mich sehr konzentrieren. Die Strömung
ist das Wenigste, das mich stört, obwohl es komisch ist, wenn das Riff so
schnell vorbei zieht. Nach einer Weile beginne ich es zumindest etwas zu
geniessen, ein beklemmendes Gefühl bleibt aber. Unser Guide Mohammed winkt
uns, wir sollen ihm in eine offene Höhle folgen. Tief drin zeigt er uns
einen Rochen, der sich wohl versteckt hat. Ganz tief unten am Riff liegt
ein Wrack, aber da dort kaum jemand hintaucht, haben sie ein Stück daraus
in diese Höhle gelegt. Mittlerweile ist es zugewachsen und sieht ziemlich
spannend aus. Wir sehen noch einen Rochen von unten und er zeigt uns auch
Moränen und einen kleinen Fisch, der es sich in seiner Koralle gemütlich
gemacht hat. Mohammed ist seit 4 Jahren Tauchguide auf dieser Insel und
kennt das Hausriff in- und auswendig. Trotzdem finde er jedesmal wieder
etwas Neues, was jeden Tauchgang spannend mache. Die Ausstiegstellen sind
mit Seilen markiert, an die die Hausnummern geklebt sind. So werden diese
Stellen bezeichnet. Wir ziehen uns dem Seil nach zurück in die Lagune und
können endlich wieder normal atmen. Mohammed ist zufrieden mit uns, wir
seien bis 13 m tief getaucht. Er empfiehlt uns einen Tauchkurs, damit wir
nächstes Mal alleine tauchen könnten.
Wir gehen erst nochmal schnorcheln, kommen aber nicht weit, da die Strömung
einfach zu stark ist. Wir könnten versuchen, mit starken Flossenschlägen
vorwärts zu kommen, aber das Riff ist nicht sehr tief an dieser Stelle und
wir wollen keine Beschädigung riskieren. Ich bin sowieso erstaunt darüber,
wie viele abgebrochene Korallen zu finden sind. Leider werden es eher mehr
als weniger. Wir schwimmen in der Strömung auch an einem Palmenstamm
vorbei, entschliessen uns aber, ihn nicht aus dem Wasser ziehen zu wollen
(ob wir das überhaupt geschafft hätten, steht hier mal nicht zur
Diskussion;-)).
Unsere Squashrunde bleibt eher kurz, wir haben beide schon ziemlich warm,
als wir nur die Schläger auspacken. Aber wenn wir schon mal da sind…
Es hat viele neue Leute auf der Insel, einige von ihnen sind schön
angezogen, als sie beim Nachtessen erscheinen. Martin hat seit er hier ist
nur noch Badeshorts an, ich trage auch immer kurze Hosen. Beide haben wir
nur Schuhe zum Squash an. Wir können nicht verstehen, weshalb andere Gäste
in langen Jeans und mit anständigen Schuhen auf dieser Barfussinsel
herumlaufen können. Aber davon lassen wir uns nicht weiter stören, sondern
gönnen uns noch eine Portion Zitronen-, Blaubeeren-, Erdbeer- und
Kokosschaum. Einfach köstlich!
Während wir unsere Drinks (Palm Heaven, Gin Sling, Tropical Kiss, Ellaidhoo
Dream und wie sie alle heissen) schlürfen, beginnt das Krabbenrennen. Gäste
konnten sich eine kleine Krabbe “kaufen”, die dann gegen andere antreten
muss. Die Krabbe, die zuerst den Tischrand erreicht, ist eine Runde weiter.
Es sieht ziemlich witzig aus, aber die kleinen Tiere tun mir leid, sie
werden ziemlich durchgeschüttelt. Stattdessen verziehen wir uns in eine
ruhigere Ecke und schauen zu, wie eine Roche eine Moräne provoziert. Leider
passiert nichts Spannendes und so ziehen wir uns nach dem obligaten Besuch
des beleuchteten Steges in unser Bungalow zurück, wo unsere Decke bereits
hübsch zurechtgelegt wurde.

Im grossen weiten Meer

(Freitag, 7. Januar 2011)

Man kann schon von morgendlicher Routine sprechen: Frühstück, Eincremen und
ab ins Wasser. Eigentlich haben wir im Wasser auch schon viel gesehen und
jeden Fisch, jede Muschel und jede Koralle bestimmt schon duzende Male
geknipst, aber es ist immer noch interessant! Ich habe es mir heute zum
Ziel gemacht, einen Clownfisch in seiner Anemone zu erwischen (und dass das
Foto auch scharf ist, was man sicher nicht von allen erwarten kann). Dank
der Serienbildfunktion klappt das auch. Mittlerweile spüre ich auch die
Füsse in den Flossen. Auf zwei Zehen habe ich Blasen und an der Ferse auch
schon eine Schürfung. Ab und zu kommt ein Krampf im Fuss dazu. Aber das ist
alles egal, wenn ich durchs Meer gleiten kann.
Nach dem Mittagessen bereiten wir uns auf den Schnorchelausflug vor, den
wir gebucht haben. Mit einer kleinen Gruppe lassen wir uns zu einer anderen
Insel fahren und steigen dort ins Wasser. Schon alleine wegen den drei
Schildkröten, die wir sehen, hat es sich gelohnt. Die Seeanemonen sind
grösser als bei unserer Insel, es hat teilweise auch andere Fische. Wir
geniessen es auch hier. Auf dem Weg zum nächsten Riff werden Kokosschnitze
und Tee serviert. Mitten auf dem Meer lassen sie uns wieder ins Wasser
springen und wir tauchen den Fischen nach. Ein Hai zeigt sich, aber Mantas
lassen weiter auf sich warten. Wir sind die letzten, die wieder zurück ins
Boot klettern, bevor wir wieder in unseren Hafen fahren.
Martin und ich haben noch eine Runde Squash vor uns, aber
erstaunlicherweise ist der Platz bereits besetzt, wir kommen später wieder.
Ich bin jedoch nicht in Stimmung und fühle mich nicht wohl, darum schlafe
ich nach der ersten Runde neben dem Platz ein, während Martin sich austobt.
Zum Nachtisch gibt es heute Rüeblitorte, ich fühle mich wie zu Hause;-)

Im Dunkeln in der Unterwasserwelt

(Donnerstag, 6. Januar 2011)

Ich erwache erstmals vor dem Wecker und finde das Badezimmer noch kühl vor.
Zimmer ist etwas übertrieben, denn das Dach deckt nur das Nötigste (Dusche,
WC, Lavabo) ab, daneben hat es auf der gleich grossen Fläche zwei kleine
Gärten mit Pflanzen und auch “Haustieren”. Manchmal sehen wir die Echsen,
Ameisen und Tausendfüssler, oft beobachten sie uns aus ihrem Versteck. Ich
geniesse aber die Wärme hier, so friere ich wenigstens nicht, wenn ich
fertig geduscht habe;-)
Gleich nach dem Frühstück springen wir wieder ins Meer. Eigentlich wollten
wir nach links, aber die Strömung treibt uns nach rechts. Wir geben auf und
lassen uns treiben, bis wir – unzählige Fische später – auf der anderen
Seite ankommen.
Wir ruhen uns aus bis der Abdruck der Taucherbrille aus unserem Gesicht
verschwunden ist und gehen essen. Zum Salat gibt es jeweils Papadam dazu,
das sieht aus wie ein kleines Fasnachtsküchlein, ist aber salzig.
Martin will gleich wieder ins Wasser, also ziehen wir Shirts und Shorts an,
die uns vor der aggressiven Sonne schützen sollen. Diesmal können wir links
durch und treffen auf riesige Schwärme verschiedener Fische, die sich alle
um einen Punkt tummeln. Es macht Spass, dazwischen durch zu schwimmen.
Manchmal habe ich auch das Gefühl, ich könnte die Fische berühren, so nah
sind sie. Aber ich bin überzeugt, dass die schon längst weg wären, bis
meine Hand bei ihnen ist.
Als wir durch eine kalte Strömung schwimmen, schwimme ich zurück zum Ufer.
Ich bin nicht hier um zu frieren;-)
Nach unserer obligaten Runde Squash, bei der ich Martin immer mehr stressen
kann, geniessen wir die Ruhe auf unseren Liegestühlen, bevor dann das
Schwierigste des heutigen Tages ansteht…
Pünktlich um 18 Uhr begrüsst uns Shaya an der Tauchschule. Gemeinsam sehen
wir den Sonnenuntergang an und warten auf die Dunkelheit. Mit Tauchlampen
ausgerüstet waten wir mit unserem Schnorchelequipment ins tiefere Wasser.
Es ist immer noch ziemlich warm, nur die kühle Strömung felht jetzt
glücklicherweise.  Hunderte winzige Fische stossen immer wieder gegen
unsere Körper, wie ein Mückenschwarm fühlt sich das an. Kaum sind wir über
dem Riff, wird das Wasser klarer und wir erkennen im Lichtkegel die grossen
Fische, die die kleinen jagen. Martin freut sich, als er weiter unten einen
Hai mit im Licht leuchtenden Augen entdeckt. Es soll nicht der einzige
sein. Mehrere Feuerfische, eine Moräne und sogar eine Krabbe zeigen sich.
Ich fürchte mich nicht, aber als wir die Fischschwärme in der starken Lampe
des Hafens durchschwimmen, wird mir ziemlich mulmig zumute. Die Fische
weichen aber zuerst aus und machen uns Platz. Plötzlich leuchtet Shaya mit
ihrer Lampe in die Ferne und “ruft” nach uns. Ein Rochen schwimmt gemütlich
an uns vorbei. Kaum habe ich mich erholt, schwimmt die zweite direkt unter
mir durch, ich kann nicht mehr ausweichen. Wie wenn da nicht schon genug
wäre, schwimmt auch noch ein Hai weniger als ein Meter unter mir durch.
Klar, er ist nur etwas grösser als einen halben Meter, aber es ist ein Hai!
Trotz allem geniessen wir dieses Abenteuer, aber als wir nach 45 Minuten
wieder an Land schwimmen, bin ich total erschöpft. Ich hielt die Lampe die
ganze Zeit krampfhaft in den Händen und die Arme eng an den Körper
gedrückt; das wird sich morgen wohl rächen…
Glücklich stellen wir uns unter die Dusche und gehen essen. Den
abschliessenden Drink an der Bar bestelle ich mit extra wenig Alkohol und
schaue dabei dem Barmann zu, wie er eine Kokosnuss in einen Mausdrink
verwandelt. Nebenan läuft der Santa vorbei (die Russen feiern heute
Weihnacht) und aus dem Lautsprecher klingt Jingle bells… Und wo bitte
schön ist der Schnee für die Schlittenfahrt? (Ja, auf den Schweizer
Strassen, das haben auch wir mitbekommen)
Erschöpft sinke ich nach drei Stunden Schnorcheln und einer Stunde Squah
ins Bett und sehe der Eidechse an der Decke zu, während ich zu vergessen
versuche, dass Martin heute Nachmittag eine Kakerlake vom Kissen
verscheucht hat.

Endlich grosse Fische (und andere Wassertiere)!

(Mittwoch, 5. Januar 2011)

Wieder erinnert uns der Wecker daran, dass wir uns auf das Frühstücksbuffet
stürzen sollen. Auf dem Rückweg schauen wir in der Tauchschule vorbei und
schreiben uns für Nachtschnorcheln, einen Schnorchelausflug und einen
Tauchgang ein, volles Programm. Aber wenn wir schon mal hier sind;-)
Anschliessend machen wir uns wieder bereit für’s Wasser, wir können nicht
nur zuschauen;-)
Den Weg durch die Mauer kennen wir schon gut, schnell sind wir beim Riff.
Wir schwimmen nach rechts und geniessen die prachtvolle Unterwasserwelt.
Auf einmal kann ich Martin nicht mehr entdecken. Ich drehe mich im Kreis
und suche das Wasser ab. Panisch hebe ich den Kopf aus dem Wasser und suche
auf der Oberfläche nach einem Schnorchelende. Meine Angst im Wasser dringt
wieder hervor und ich versuche, den Fischen auszuweichen. Martin entdecke
ich 20 m weiter und schimpfe erst mal mit ihm, er solle sich besser um
seine Freundin kümmern.
Plötzlich greift er kräftig nach meinem Oberarm. Überrascht folge ich
seinem Blick und entdecke in ca 15 m Entfernung einen knapp 1 m grossen
Hai, der mit kraftvollen Bewegungen durch das Wasser schwimmt, ohne eine
Welle zu verursachen. Gespannt sehen wir ihm zu, wie er aus unserem
Blickfeld verschwindet. Wir trauen uns nicht, ihm zu folgen.
Dasa Riff ist auf dieser Seite der Insel breiter, also von der Mauer bis
zum Abgrund etwa 40 m. Es ist hier auch tiefer und wir tauchen verspielt um
die grossen Korallen. So habe ich es mir vorgestellt!!
Auf der anderen Seite der Insel entdecke ich eine riesige, gut einen Meter
lange, breite, schwarze Moräne. Sie schlängelt sich durch die Korallen und
sucht sich einen guten Jagdplatz. Erschöpft steigen wir aus dem Wasser und
spazieren zu unserem Bungalow zurück.
Es ist Zeit für das Mittagessen, ein Salatteller sowie ein kurzer Abstecher
zum einladend aussehenden Dessertbuffet.
Wir gönnen uns eine Lesepause (endlich, ich bin immer noch am ersten
Buch…), bevor wir die Squashhalle erobern. Es läuft viel besser als
gestern, aber wir sind bereits nach dem Einspielen schweissnass (was nicht
nur an unserem Spiel liegt). Obwohl mir Martin viele Punkte schenkt,
verliere ich klar. Aber meine Fortschritte gefallen mir und ich erwische
immer mehr Bälle. Nach einer knappen Stunde sind wir erledigt und die
Wasserflasche leer.
Eine eiskalte Cola bringt uns wieder auf Vordermann, so dass wir uns auf
den Weg zu den Rochen machen können. Sie sollen am späteren Nachmittag an
der vorderen Seite der Insel schwimmen. Wir entscheiden uns gegen den
Spaziergang und für die Beinarbeit und umschwimmen die Insel ein zweites
Mal heute.
Schon kurz nach unserem Einstieg zerrt Martin wieder an meinem Arm. Etwa 3
m vor uns paddelt eine Schildkröte. Endlich! Diese Tiere gefallen mir sehr
und ich wollte unbedingt eine sehen, aber die haben anscheinend keine
festen Schwimmplätze. Wir verfolgen sie ein paar Meter und lassen sie dann
ziehen. Etwas weiter deutet Martin in die andere Richtung: Ein Hai schwimmt
neben dem Riffhang. Mit seiner Grösse von gut eineinhalb Metern ist er sehr
beeindruckend, aber er scheint uns nicht zu bemerken (oder lässt sich
zumindest nichts anmerken). Heute scheint für uns ein Glückstag zu sein!
Am äusseren Riffende kämpfen wir gegen die Strömung, erreichen dann aber
doch noch mit kräftigen Beinschlägen die Einstiegstelle, an der sich Rochen
aufhalten sollen. Tatsächlich, eine schwimmt gemütlich unten am Riff nach
zur Wasseroberfläche und in Richtung Strand. Mir kommt Steve Irwin in den
Sinn und ich halte Abstand. Martin entdeckt nochmals einen Hai sowie einen
Feuerfisch. Beflügelt von dieser aussergewöhnlichen Auswahl steigen wir aus
dem Wasser. Wieder ist eine Stunde wie im Flug vergangen und wir schwanken
mit leichtem Schwindelgefühl zu unserer Hütte zurück.
Bei der Bar sind heute sieben Rochen anzutreffen, mit einem halben bis gut
eineinhalb Meter Durchmesse segeln diese flachen, runden Tiere durch das
Wasser.
Nach einer erfrischenden Dusche geht es uns viel besser, aber das
Schwindelgefühl kehrt nach dem zweiten Drink (vor dem Abendessen!) wieder
zurück.
Ich habe schnell gelernt, dass die verschiedenen Curry-Variationen an jedem
Buffet (morgens, mittags, abends) für mich ungeeignet sind. Heute abend
muss ich aber die frittierten Fischbällchen liegen lassen, denn – wie
Fisherman sagen würde – ich bin zu schwach. Aber das Dessertbuffet ist wie
immer umwerfend.
Am kleinen Hafen leuchten wie jeden Abend zwei Spots ins Wasser. Heute
tummeln sich unzählige Fische direkt an der Wasseroberfläche und streiten
um unsichtbares Essen. In der Tiefe kreisen Haie und ab und zu schaut ein
Rochen vorbei. Wenn ich mir überlege, dass ich morgen im Dunkeln ins Wasser
muss…

Farbige Fische überall

(Dienstag, 4. Januar 2011)

Der Wecker klingelt uns aus tiefem Schlaf. Wir wollen das Frühstück nicht
verpassen und hatten Recht mit dem Wecker! Nach der ersten
durchgeschlafenen Nacht (ca 11h!) sind wir erholter, aber morgens immer
noch gerädert.
Die schwüle Hitze, welche wir gestern vermisst hatten, empfängt mich jetzt
im Badezimmer. Die Klimaanlage war ausgeschaltet in der Nacht. Das Bad ohne
Decke konnte sich bereits in der Sonne aufwärmen, bis wir endlich aus dem
Bett kriechen.
Das Frühstücksbuffet ist gross, aber ich beschränke mich erst mal auf
Croissants und versuche erst im zweiten Gang die Waffeln und Donuts.
Zurück in unserem Bungalow wartet ein rosa Pellikan auf unserer Terrasse.
Der Begleiter erzählt, dass sie Aisha heisst und erlaubt uns, sie zu
streicheln. Der Schnabel ist beeindruckend, aber sie jage nicht mehr,
sondern werde von den Angestellten gefüttert. Dann machen wir uns bereit
für das Meer: eincremen, umziehen, Flossen, Schnorchel, Taucherbrille und
Kamera schnappen und los geht’s! Vor unserer Hütte führt eine Treppe ins
Meer. Das Wasser ist da erst etwa 30 cm tief und hellblau. Nach etwa 30 m
ist eine Mauer rund um die Insel aufgebaut, die verhindern soll, dass der
Sand in der Strömung weggeschwemmt wird.
Wir schwimmen durch ein Loch in dieser Mauer und sind bereits mitten im
Riff. Fische in allen Farben und Grössen tummeln sich darin, spielen,
jagen, essen. Alle paar Meter sehen wir wieder ein neues Exemplar. Manchmal
vergesse ich sogar das Atmen vor lauter Faszination. Oder ich schwimme
etwas tiefer, so dass Wasser in meinen Schnorchel dringt und mich husten
lässt. Es ist nicht ganz einfach, aber wir geben unser Bestes (und haben ja
noch einige Tage Zeit;-)).
Die Fische schwimmen einzeln oder in Gruppen, mal lose, mal ganz eng, über
das Riff. Nach der Mauer ist das Riff ca. 1 bis 3 m tief, nach etwa 10 m
von der Mauer fällt das Riff fast senkrecht ab ins Nirgendwo. Die Korallen
hatte ich mir farbiger vorgestellt, stattdesse sind viele von grauem Sand
bedeckt. Es finden sich aber immer wieder farbige, blaue, gelbe, rote,
Exemplare in allen Formen. Wir können uns kaum sattsehen und entdecken
immer wieder Neues. Martin zeigt mir eine grosse Moräne, die sich um einen
Stein gewickelt hat. Wir umschnorcheln die halbe Insel und steigen bei der
Tauchschule wieder aus dem Wasser.
Nach einer kurzen Pause packen wir unsere Squahschläger, holen an der Bar
eine neue Wasserflasche und versuchen, in der Hitze ein paar Bälle zu
treffen. Dies stellt sich schwerer heraus als wir gehofft hatten, aber wir
halten tapfer durch. Auf dem Rückweg tauschen wir die leere Flasche
nochmals gegen eine volle um, die Temperatur macht sehr durstig!
Da in unserem Bungalow die Klimaanlage repariert wird, gönnen wir uns ein
kleines Mittagessen. Unser Kellner, immer der gleiche, kommentiert unseren
ausschliesslichen Salatteller mit “You europeans are strange” und erinnert
uns daran, genügend zu trinken. Er trinke vier Flaschen pro Tag (=6 Liter).
Wir legen uns etwas auf die einladenden Liegestühle vor unserer Hütte und
blicken auf das Meer. In der Ferne sehen wir eine weitere Insel mit vielen
Wasserbungalows. Unsere Insel hat “nur” etwa 8 solcher Häuschen, die in
grossem Kreis um den Swimmingpool gebaut sind und links neben unserem
Bungalow ins Blickfeld kommen.
Lange können wir nicht zuschauen, es zieht uns auch wieder ins Wasser.
Diesmal ziehen wir der Mittagssonne wegen unsere Lycra-Shirts und Shorts
an. Nemo und Dory schwimmen mit ihren Kollegen immer noch um die Wette. Mir
hat es vor allem Nemo’s Familie angetan. Ich tauche nach jeder Anemone, die
ich sehe und suche die Bewohner. Einfach unbeschreiblich! Auch Seesterne,
Seegurken und Seeigel entdecken wir. Martin findet sogar eine Seeschlange,
die aber giftig sein soll. Wir schwimme bis uns die Strömung zu stark wird
und lassen uns wieder zu unserem Einstieg treiben. Ich wusste gar nicht,
dass Schwimmen so anstrengend sein kann. Mit der Zeit wird es auch immer
kühler, obwohl sich im Wasser kalte und warme Stellen abwechseln.
Lesend döse ich auf dem Liegestuhl ein, bis mich ein Vogel neben mir weckt.
Er streitet mit seinem Kollege um Essen. Im seichten Wasser sehen wir auch
eine kleinen Hai, ca 60 cm lang.
Mit der Kamera geniessen wir den kurzen Sonnenuntergang und gönnen uns
anschliessend einen flüssigen Apero. Neben der Bar erhellt ein Scheinwerfer
das ca einen halben Meter tiefe Wasser. Offiziell ist jetzt
Rochenfütterung, doch diese Tiefe wurden anscheinend nicht eingeladen.
Stattdessen sehen wir kleinere Fische und auch einen etwa ein Meter grossen
Hai und zwei Moränen. Neben uns ist ein Schweizer Paar, das sich auch zum
ersten Mal hier ausruht und auch begeistert ist von der Unterwasserwelt.
Zum Abendessen hat es wieder ein Salatbuffet, verschiedene Curry
Variationen, Reis und Nudeln sowie Gemüse und andere Beilagen. Verschiedene
Fisch- und Fleischgerichte werden frisch zubereitet. Das letzte Buffet ist
heute nicht nur ein Augenschmaus: Erdbeer-, Früchte- und Schokoladenmousse
vergehen förnlich auf der Zunge, einfach lecker!
Gemütlich spazieren wir auf dem beleuchteten Weg zurück zu unseren
Liegestühlen und geniessen den warmen Wind und die vielen Sterne am Himmel.
Im Licht unserer Taschenlampe, mit der wir von der Mauer aus das Meer
erkunden, verschwindet eine kleine Seeschlange.

Landung im Paradies

(Montag, 3. Januar 2011)

Es ist erst drei Uhr in der Schweiz, aber die Sonne ist schon aufgegangen,
als wir in Indien landen. Neben unserer Piste steht das Militär neben
Kampfjets und Aufklärungsfliegern bereit, hoffentlich nur zu Übungszwecken.
Martin kann sogar Senkrechtstarter entdecken.
Nachdem unser Flugzeug über die Landebahn gerollt ist, wird der Verkehr
quer darüber wieder freigegeben. Für mich sieht das wie eine gewöhnliche
Hauptstrasse aus, die von Motorrad-, Auto- und auch Velofahrern genutzt
wird und die einach ab und zu gesperrt wird, wenn mal wieder eine Maschine
starten oder landen will. Wenn man sich das auf dem Klotener Flughafen
vorstellen müsste…
Einige Passagiere verlassen das Flugzeug, während durch die offene Türe
heisse, schwüle Luft in den Raum dringt. Wo sind bloss meine FlipFlops?!
Die Lautsprecher bringen die Klassiker “White Christmas” und “Let it
snow” , welche Ironie;-)
Die indische Grenzwache kontrolliert in Uniform unser Gepäck, was soviel
heisst, dass sie alle Gepäckstücke in der Ablage anschauen und fragen, wem
es gehört. Nach 10 Minuten ist das ganze Flugzeug kontrolliert.
Martin beobachtet fleissig den indischen Flughafen. Neben uns parkt eine
russische Maschine, die Flughafenbusse empfehlen uns, mit Kingfisher zu
fliegen. Indien können wir nun also auch von unserer Liste streichen
(theoretisch;-)).
Einige neue Passagiere steigen zu für den letzten Abschnitt und die
Maschine wird neu betankt. Um vier Uhr Schweizer Zeit (8 Uhr Ortszeit)
fliegen wir weiter.
Ich kann noch etwas schlafen, bevor wir die Malediven entdecken. Wir sind
schon fast da!
Die Mitarbeiter lassen sich nicht stressen und bringen ein Gepäckstück nach
dem anderen. Draussen werden wir an den Maldivian Air Taxi Stand geschickt
und auf die andere Seite der Flughafeninsel gebracht. Mit einem kleinen
Wasserflugzeug, bei dem die Sicherheitsvorführung eine Frage von 15 Minuten
ist, heben wir über den Inseln ab. Ich überlege gerade, ob ich mein Telefon
wieder ausschalten soll, da bemerke ich, dass der Pilot auch eine SMS
schreibt… während dem Flug! Aber egal, beide Piloten sind sowieso
barfuss, da wird ein Telfon wohl auch nicht so ernst genommen.
Die Aussicht auf die unter uns liegenden Inseln ist atemberaubend! Von den
Riffen sieht man nicht allzuviel, aber diese türkisblaue Farbe lässt mich
nicht mehr los!
Auf Chaaya Reef Ellaidho (internationale Abkürzung: ELA ) werden wir
von den Hotelbesitzern herzlich mit Hände schütteln und mit einem
wohlriechenden feuchten Tuch empfangen. Schnell haben wir den Beach
Bungalow bezogen und die Koffer in Empfang genommen. Unser Häuschen steht
etwa 6 m vom Meer entfernt, aber oberhalb einer Mauer und so geschützt von
den Gezeiten. Neben dem Schlafzimmer hat es noch ein Bad mit zugehörigem
Garten (im Bad!) ohne Dach. Es sieht sehr gemütlich aus und nach
Entspannung.
Wir spazieren einmal um die Insel (dauert ca 15 Minuten) und entdecken auch
den Squash-Platz. Eine Runde Schnorcheln muss auch noch sein heute. Wir
kämpfen gegen die starke Strömung,  die uns immer wieder abtreibt, wenn wir
vor lauter Farben mal wieder vergessen zu paddeln.
Vor dem Abendessen gönnen wir uns noch eine Mütze Schlaf, die wir bitter
nötig haben.  Der Cocktail steigt uns auch entsprechend schnell zu Kopf.
Etwa um 9 Uhr abends (5 Uhr Schweizer Zeit sinken wir erschöpft ins Bett,
wir spüren, dass wir dieses Jahr noch keine Nacht richtig geschlafen
haben…

Vorfreude auf langer Reise

(Sonntag, 2. Januar 2011)

Vor lauter Vorfreude stehen wir viel zu früh am Flughafen in Zürich. Die
Koffer können wir problemlos aufgeben, hoffentlich ist das Chaos der
vergangenen Tage (wegen der schlechten Wetterverhältnisse) mittlerweile
geklärt.
Wir nutzen die freie Zeit, kaufen für mich endlich noch ein paar
Surfshorts, essen etwas im Foodland und holen amerikanische Dollar für’s
Trinkgeld. Es ist das erste Mal, dass ich amerikanisches Geld in den Händen
halte! Wir erhalten lauter Ein- und Fünfdollarnoten, einen ganzen Stapel.
Mit einer halben Stunde Verspätung setzen wir uns ins Flugzeug. Ich kann
mir immer noch nicht vorstellen, in etwa 12 Stunden 30 Grad mehr zu
haben…
Um halb sieben fliegen wir in Zürich los. Kaum sind wir in der Luft und
haben die Flughöhe erreicht, bringt uns die Flight Attendant eine Schachtel
Leckereien sowie eine Flasche Champagner, welche Martin’s Schwester, die
auch bei Edelweiss arbeitet, für uns bestellt hat. Wir freuen uns riesig
und lassen uns den Champagner gleich einschenken. Was die anderen Fluggäste
von uns denken, kann ich mir auch gut vorstellen!
Etwa um acht Uhr wird das Abendessen serviert. Das Filmprogramm, bei dem
alle Filme gleichzeitig starten, wird dabei nicht unterbrochen. Nach dem
Film beginne ich zu lesen, bis die Lichter ausgehen und meine Augen müde
werden. Zum Hörbuch schlafe ich ein.
Bereits um halb eins (Schweizer Zeit) werden die Lichter wieder
eingeschaltet und das Frühstück serviert. Schliesslich sind es nur noch
2500 km bis zum Zwischenstopp in Goa, Indien.
Ich schlafe satt wieder ein, bis mich Martin wegen der bevorstehenden
Landung weckt.

Zurück in den warmen Süden

(Donnerstag, 8. April 2010)

Frühzeitig treffen wir am Flughafen ein, um die Rückerstattung der Mehrwertsteuer unserer Souvenirkäufe in Island zu beantragen. Bei 25% Steuer und dem geringen Aufwand (Formular ausfüllen, abstempeln lassen und mit Quittungen einwerfen) lohnt sich dies auf jeden Fall.
Problemlos geben wir unsere voll bepackten Rucksäcke auf und fliegen nach Amsterdam. Die Aufenthaltszeit an dieser Zwischenstation ist kurz, wir eilen an das neue Gate und es geht weiter nach Zürich. Die Flight Attendant vergisst zwar bei der Durchsage unser Ziel, aber der Pilot findet es glücklicherweise ohne Probleme.
Leider können wir dies von unserem Gepäck nicht sagen. Als wir in Zürich eintreffen, werden wir ausgerufen und informiert, dass das Gepäck noch in Amsterdam steht. Es werde am nächsten Tag zu uns nach Hause geliefert. Ein anderes Paar, das auch aus Island kommt, hat das gleiche Problem. Wir unterhalten uns und erfahren, dass sie einen Tag vor uns auf dem Vulkan waren und perfektes Wetter hatten. Martin, der sich vor allem über die nicht so tollen Bilder des Vulkanes ärgert, ist etwas eifersüchtig, dass sie von so interesssanten Fotos schwärmen können. Wir tauschen die Adresse aus und so hoffe ich, dass wir diese Bilder auch noch zu sehen bekommen.
Die Heimreise ist einfach, so ohne grosses Gepäck. Glücklicherweise ist jedoch das meiste Fotomaterial im Handgepäck.
Wir freuen uns über die Wärme in der Schweiz und auch die grünen Wiesen, aber vor allem Martin plant bereits wieder die nächste Reise…